Natürlich war die Finanzkrise sicher maßgebend dafür, dass so viele Lebensversicherungen gekündigt wurden. Durch Arbeitslosigkeit, Überschuldung oder private Trennungen gerieten in jüngster Vergangenheit viele Menschen in finanzielle Engpässe und konnten das Geld für die Beiträge der Kapitallebensversicherung oder Rentenversicherung nicht mehr aufbringen. Nahezu jeder zweite Versicherungsnehmer kündigt seine Lebensversicherung, noch bevor der Vertrag ausläuft. Dabei gibt es wesentlich bessere Alternativen zu einer Kündigung.
Wer in einer finanziell schwierigen Situation steckt, überlegt meist nicht lange und kündigt die Lebensversicherung, die ursprünglich einmal für die private Altersvorsorge abgeschlossen wurde. Damit werden die monatlichen Ausgaben reduziert. Doch die vorzeitige Kündigung bringt meist erhebliche finanzielle Verluste mit sich. Der Rückkaufswert ist meist niedrig, da die Versicherungsgesellschaften bei einer vorzeitigen Kündigung des Vertrages Kosten, wie beispielsweise Stornogebühren, berechnen.
Vielen Versicherungsnehmern ist nicht bewusst, dass es durchaus Alternativen zu einer Kündigung gibt. So kann eine Kapitallebensversicherung entweder beliehen oder verkauft werden, anstatt sie aufzulösen.
Mittlerweile ist ein richtiger Zweitmarkt aktiv, auf dem Sie Lebensversicherungen verkaufen und kaufen können. Spezialisierte Unternehmen kaufen ,Second-hand-Policen" an, und der Verkauf kann, verglichen mit einer Vertragskündigung, eine Mehreinnahme von bis zu 25 Prozent bescheren. Der Käufer führt in diesem Falle die Versicherungspolice wie gehabt weiter, und erhältlich letzten Endes die zuvor vereinbarte Ablaufleistung. Der Todesfallschutz bleibt beitragsfrei weiter bestehen - so dass die Hinterbliebenen im Falle des Todes des Versicherten eine Todesfallleistung zugesprochen bekommen.
Versicherungsgesellschaften bieten außerdem oftmals die Möglichkeit an, den Versicherungsvertag entsprechend anzupassen. Wenn der finanzielle Engpass nur vorübergehender Natur ist, kann die Kapitallebensversicherung beitragsfrei gestellt werden. Ansonsten gibt es oftmals auch die Option, dass die Laufzeit verkürzt oder ein Darlehen auf die Police aufgenommen werden kann. Dafür werden rund sieben Prozent verlangt.
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